Begegnungen

König der Krabben

Der aus Deutschland stammende Michael Decker wagte einen ungewöhnlichen Karrierewechsel: Er sattelte vom Mechaniker zum Königskrabbenfischer im arktischen Norden Norwegens um. Jetzt gibt er sein Wissen das ganze Jahr über gern an Besucher weiter.

TEXT VON MONIQUE CECCATO

Sehen Sie hier das vollständigen Video

Die dunklen Augen von Michael Decker sind gerade noch über der Masse an verhedderten Königskrabbenbeinen zu erkennen, die er in seinen Armen hält. Die Ausbeute des heutigen Tages förderte zwar nur vier der monströsen Bodenfresser zu Tage, aber bei zwei bis drei Kilogramm pro Exemplar ist der Fang mehr als genug, um seine acht hungrigen Gäste satt zu bekommen.

„Die Beine sind voller wunderbarem, saftigem Fleisch. Am besten schmeckt allerdings der Schultermuskel, das sogenannte Filetstück der Königskrabbe.“

— Michael Decker

„Die Beine sind voller wunderbarem, saftigem Fleisch. Am besten schmeckt allerdings der Schultermuskel, das sogenannte Filetstück der Königskrabbe.“

— Michael Decker

Michael Decker arbeite früher als Mechaniker und für einige Zeit als Hundeschlittenführer, bevor er bei einer Königskrabben-Safari in Kirkenes seine Berufung im Fang von Königskrabben fand.

„Die Beine sind voller wunderbarem, saftigem Fleisch. Am besten schmeckt allerdings der Schultermuskel, das sogenannte Filetstück der Königskrabbe“, erklärt er gut gelaunt, während er die Krabben auf die Werkbank aus rostfreiem Stahl ablegt und beginnt, die essbaren Teile vorsichtig von den Innereien zu trennen. Mit einem verschmitzten Lächeln und einem Augenzwinkern scherzt er: „Wirf ja nicht das Filet weg, sonst werde ich dich mit Sicherheit daran erinnern, dass wegen dir das beste Stück nicht auf dem Teller landet. Vielleicht verschwinde ich aber auch einfach in der Küche, um es mir still und heimlich selber einzuverleiben, wenn ich Hunger habe!“

Königskrabben können bis zu zwölf Kilogramm auf die Waage bringen.

Norwegische Königskrabben sind weltweit eine begehrte Delikatesse und erzielen bei der Ausfuhr einen Preis von über 55 € pro Kilogramm. Die Spezies ist jedoch nicht ursprünglich in der nordnorwegischen Region Finnmark beheimatet. In den 1960er-Jahren setzten russische Wissenschaftler im Rahmen eines Experiments Exemplare der Roten Königskrabbe in der Barentssee aus – und zwar im Murmanskfjord nahe der russisch-norwegischen Grenze. Heute, 60 Jahre später, gibt es in Nordnorwegen so viele dieser Krabben, dass sie zu einem Synonym für die Küche und den Fischfang der Region geworden sind. Das proteinreiche Krabbenfleisch gehört neben Jakobsmuscheln, Rentier und Languste zu den bekannten Zutanten der regionalen À-la-carte-Menüs der Hurtigruten Postschiffe. Gäste an Bord der Hurtigruten Postschiffe können mehr über die Krabben erfahren: ein QR-Code verrät, wo sie gefangen wurden und wie viel sie wiegen. Für alle, die noch mehr erleben wollen, bietet Hurtigruten in Zusammenarbeit mit dem Schneehotel in Kirkenes die Möglichkeit, hautnah beim Fang dabei zu sein.

Gäste an Bord der Hurtigruten Postschiffe können mehr über die Krabben erfahren: ein QR-Code verrät, wo sie gefangen wurden und wie viel sie wiegen.

Während der Hochsaison im Winter zieht er täglich bis zu 16 Krabbenfallen mit einem Gewicht von jeweils bis zu 270 Kilogramm aus dem Wasser.

Mit seinem Messer in der Hand fuchtelnd und einem schelmischen Grinsen im Gesicht überlegt Decker: „Ob die Königskrabben Angst vor mir haben? Da kannst du dir absolut sicher sein!“ Der Reiseleiter und selbsternannte „König der Krabben“ auf der Königskrabben-Safari des Schneehotels in Kirkenes ist immer für einen Scherz zu haben. Mit seinem Sinn für Humor sorgt er dafür, dass sich die Tourteilnehmer entspannen und das Erlebnis genießen können. Außerdem hilft seine gute Laune dem Krabbenfischer dabei, mit den einzigartigen täglichen Anforderungen seines Berufs umzugehen. Während der Hochsaison im Winter zieht er täglich bis zu 16 Krabbenfallen mit einem Gewicht von jeweils bis zu 270 Kilogramm aus dem Wasser. Wenn man das Gewicht der 150 Krabben hinzurechnet, die zur Bewirtung der doppelten Anzahl von Gästen benötigt werden, kann das ein ziemlicher Knochenjob sein. „Es ist ein sehr schöner, aber auch ein sehr harter Job“, erzählt Decker, der seit elf Jahren in Kirkenes lebt und arbeitet. „Man muss sich einfach auf die Dinge konzentrieren, die man hat, und nicht auf die, die man nicht hat. Diese Sichtweise ist im Allgemeinen sehr hilfreich, aber hier im Norden ist sie überlebenswichtig.“

Das Schneehotel in Kirkenes befindet sich im Nordosten Norwegens, nicht weit von der finnischen und russischen Grenze entfernt.

In den rustikalen, igluartigen Unterkünften des Schneehotels in Kirkenes kann man sich nach einem anstrengenden Tag auf See gemütlich zurückziehen.

Schneehotel in Kirkenes.

Michael Decker wuchs in Deutschland auf, wo er zunächst als ausgebildeter Industriemechaniker arbeitete. Nach Norwegen verschlug es ihn ursprünglich für einen Job als Hundeschlittenführer im Schneehotel in Kirkenes. Er wäre nie auf die Idee gekommen, eines Tages mal eine Königskrabbe in den Händen zu halten, geschweige denn sich mit ihrem Fang den Lebensunterhalt zu verdienen. Wie die meisten Menschen hatte er die riesigen Krustentiere bisher nur in der Fernsehserie „Der gefährlichste Job Alaskas“ gesehen, in der es um Krabbenfischer in der Beringsee geht. Jedes Mal, wenn er jetzt vor seinen Gästen einen Korb voller Krabben aus dem Wasser zieht, fühlt er sich an die Begeisterung erinnert, die er verspürte, als er zum ersten Mal eines dieser imposanten Tiere in natura sah. „Bei einer Krabbenfang-Safari durfte ich zum ersten Mal eine Königskrabbe in den Händen halten. Damals hat mich dieses Gefühl total umgehauen. Während der Exkursionen mit meinen Gästen teile ich ihre Begeisterung und erinnere mich gleichzeitig an diesen ganz besonderen Moment zurück“, erklärt er glücklich. Häufig ist es gar nicht der Anblick der Königskrabbe, der die Gäste in Erstaunen versetzt. „Manchmal muss ich, wenn ich mit einer Gruppe auf dem Fjord unterwegs bin erst sagen, dass sie herschauen sollen, weil ich eine Königskrabbe in den Händen halte, und niemand schaut hin, weil die Aurora über uns am nachmittäglichen Himmel tanzt. An den begeisterten und glücklichen Gesichtern der Tourteilnehmer werde ich mich nie satt sehen können. Ihnen diese ganz besondere und einzigartige Erfahrung zu ermöglichen und sie glücklich zu machen, das ist das Beste an meinem Job.“

Erhalten Sie 90 € Bordguthaben

Melden Sie sich für unseren kostenlosen Newsletter an, um über Spezialangebote und neue Reiserouten informiert zu werden und sichern Sie sich darüber hinaus 90 € Bordguthaben für Ihre erste Seereise mit uns.

Das Aufbrechen der Schale ist Teil des Erlebnisses und erforderlich, um an das köstliche Krabbenfleisch im Inneren zu gelangen.

Das Fleisch von Königskrabben hat einen leicht süßlichen, milden Geschmack, der dem von Hummer ähnelt.

Königskrabbe mit Kaviar auf Blinis.

Decker steht der Stolz ins Gesicht geschrieben, als er ein Tablett mit gekochten Krabbenbeinen in den Speisesaal trägt. In seiner feinsten Schürze tischt der „König der Krabben“ seinen Gästen Königskrabbenbeine auf, die den gesamten Durchmesser der Teller ausfüllen, auf denen sie serviert werden, und schaut ihnen dabei zu, wie sie die Schalen aufbrechen und genüsslich das schmackhafte Fleisch herauskratzen. In einem ruhigen Moment zwischen dem Nachfüllen von Krabbenbeinen auf die Teller und einem Witz bemerkt er: „Ich könnte mir durchaus vorstellen, diesen Job bis an mein Lebensende zu machen.“

Erfahren Sie mehr über Hurtigrutens Königskrabben-Safari in Norwegen.

Diese Artikel teilen

Ambassador werden

Ein Treueprogramm und eine Community für alle, die das Reisen lieben!

Als Mitglied von 1893 Ambassador erhalten Sie exklusive Angebote, Vorteile, Rabatte und Newsletter mit inspirierenden Artikeln über ferne Reiseziele.

Kontaktieren Sie uns, um mit uns über Ihre nächste Seereise zu sprechen

In dieser Ausgabe

< Inhalt

Wissenschaft

Magische Fjorde Norwegens >